Über 130 alte knorrige Kopfeichen stehen in der Gemeinde Möhrendorf. Aus Sicht des Naturschutzes wahre Hotspots der Vielfalt, denn sie bieten sehr vielen seltenen Tieren ein Zuhause. Bereits im Jahr 2017 konnte der Landschaftspflegeverband, im Rahmen eines Glücksspirale-Projektes, im Bereich um Möhrendorf totholzbewohnende Käfer erfassen lassen. Die Ergebnisse waren äußerst positiv. Es konnten 125 Arten erfasst werden, darunter 40 gefährdete Arten. Mit dieser Grundlage wurde ein Pflegekonzept erarbeitet um den Lebensraum für Eremit, Hirschkäfer und andere tierische Bewohner zu sichern.

Auf Grundlage dieses Konzeptes werden nun, in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Erlangen-Höchstadt, die alten Kopfeichen zurückgeschnitten und gepflegt. Das Projekt läuft über 5 Jahre und wird über Ersatzgelder des Landkreises finanziert.

Die typische knorrige Form der Bäume entstand durch einen regelmäßigen Rückschnitt der Bäume. Die zwei- bis dreijährigen, neu ausgetriebenen Zweige werden z.T. noch heute als Holznägel für die Möhrendorfer Wasserräder verwendet. Der regelmäßige Schnitt ließ die Bäume das werden was sie heute sind - knorrige, alte Baumriesen, die sicherlich sehr viel zu erzählen hätten. Um sie zu erhalten ist der regelmäßige Schnitt auch heute noch unabdingbar. Werden die Äste zu lang und schwer, drohen die Eichen auseinander zu brechen. Da die Kopfeichen erfahrungsgemäß am besten wieder austreiben, wenn sie erst kurz vor dem Blattaustrieb geschnitten werden, finden die Pflegemaßnahmen erst Ende März/Anfang April statt. Die Arbeiten werden von einem erfahrenen Baumpfleger zusammen mit ortsansässigen Landwirten ausgeführt. Das Schnittgut wird heutzutage zum Großteil als Hackschnitzel verwendet.


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