40 Jahre LPV Mittelfranken: Fast 300 Gäste feiern ein Erfolgsmodell der Zusammenarbeit
Mit einem Festakt im Alten Reithaus in Triesdorf hat der Landschaftspflegeverband Mittelfranken am 24. April 2026 sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Fast 300 Gäste aus Politik, Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung, Praxis und Wissenschaft kamen zusammen, um auf vier Jahrzehnte kooperative Landschaftspflege zurückzublicken und gemeinsam nach vorn zu schauen. Der offizielle Rahmen des Jubiläums reichte von Exkursion und Empfang über Grußworte, Rückblicke und Festrede bis hin zu einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Landschaftspflege und einem Fachvortrag zur Verbindung von Land, Natur und Forschung.
Seit seiner Gründung im Jahr 1986 steht der LPV Mittelfranken für ein Modell, das bis heute trägt: Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz arbeiten gleichberechtigt und partnerschaftlich zusammen. Genau dieses Miteinander zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Verbands – und war auch beim Jubiläumsfestakt die zentrale Botschaft. Bereits in Einladung und Pressemitteilung wird deutlich, dass nachhaltige Landschaftsentwicklung nur dort gelingt, wo Verantwortung geteilt und Lösungen gemeinsam erarbeitet werden.
In den Grußworten und Beiträgen wurde immer wieder hervorgehoben, wie vorausschauend die Gründung des Verbandes vor 40 Jahren war. Vorsitzender Gerhard Wägemann brachte diesen Gedanken prägnant auf den Punkt: „Die Gründung war eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung.“ Damit erinnerte er an den Ursprung des LPV Mittelfranken – und zugleich an den Anspruch, bis heute auf Kooperation statt Konfrontation zu setzen.
Wie aktuell dieser Ansatz geblieben ist, zeigte auch der Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart. Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Nutzungskonflikte verlangen nach tragfähigen Lösungen im ländlichen Raum. Der LPV Mittelfranken steht dabei seit Jahrzehnten für praktischen Naturschutz auf Augenhöhe. In der Pressemitteilung wird dieser Weg als Erfolgsmodell beschrieben, das von der Pflege einzelner Flächen hin zum Denken in ganzen Landschaftsräumen weiterentwickelt wurde – etwa bei den großen Beweidungskomplexen auf der Frankenhöhe und im Altmühltal oder beim Erhalt wertvoller Streuobstwiesen in Mittelfranken.
Mehrere Redebeiträge machten deutlich, dass Landschaftspflege weit mehr ist als Flächenmanagement. Maria Noichl formulierte es so: „Alles, was auf der Fläche passiert, passiert zwischen Menschen.“ Genau darin liegt die besondere Stärke der Landschaftspflegeverbände: Sie verbinden Interessen, bringen Akteure zusammen und schaffen tragfähige Partnerschaften für Natur und Kulturlandschaft.
Auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber würdigte die Rolle der Landschaftspflegeverbände mit klaren Worten. In der Pressemitteilung bezeichnet er sie als tragende Säule des Naturschutzes in Bayern und betont ihre Bedeutung für konkrete Maßnahmen, Weiterbildung und Vernetzung im ländlichen Raum. Beim Festakt unterstrich er diese Haltung nochmals mit dem Satz: „Es gibt kein besseres Instrument als Landschaftspflege in Partnerschaft.“
Das Programm des Jubiläums machte zugleich sichtbar, wie breit der LPV Mittelfranken heute aufgestellt ist: Nach den Grußworten folgte ein Rückblick auf 40 Jahre Verbandsgeschichte mit Beiträgen von Rosalinde Göppel, Sibylle Tschunko und Klaus Fackler. Es schlossen sich die Festrede von Staatsminister Thorsten Glauber, eine prominent besetzte Podiumsdiskussion unter Moderation von Wolfram Weltzer sowie der Fachvortrag von Dr. Jürgen Böhmer an. Der Austausch beim anschließenden Netzwerken zeigte: Der LPV Mittelfranken ist nicht nur Teil einer beeindruckenden Geschichte, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für die Zukunft der Landschaftspflege.
Das Jubiläum war damit weit mehr als ein Rückblick. Es war ein starkes Zeichen dafür, dass kooperative Landschaftspflege auch in Zukunft gebraucht wird – als Brücke zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Kommunen und Gesellschaft. Oder, in der Sprache des Tages gesagt: mit starken Partnerschaften, konkreten Projekten und viel Rückenwind für die nächsten Jahrzehnte.