Schafwollpellets - artenreicher Dünger

Die Schafe der Frankenhöhe pflegen nicht nur die artenreichen Magerrasen, ihre Wolle wird seit kurzem auch als Dünger eingesetzt. Schafwolle ist ein wunderbares Naturprodukt und kann nicht nur gefilzt, gestrickt oder gewebt zu Textilien verarbeitet werden. Auch als natürlicher Dünger ist die Wolle bei Hobbygärtnern inzwischen wieder sehr gefragt, um im Gemüsebeet und Balkonkasten reiche Ernte und bunte Pracht zu erzielen - und das ganz ohne den Einsatz von Kunstdünger! Denn Schafwolle bringt viele Besonderheiten mit sich: Reich an Nährstoffen, beinhaltet sie alles was Zier- und Gartenpflanzen benötigen. Sie zersetzt sich sehr langsam, wodurch sie zu einem wirkungsvollen Langzeitdünger wird. Denn so werden die in der Schafwolle enthaltenen Nährstoffe langsam, aber kontinuierlich an Boden und Pflanzen angegeben. Hinzu kommt, dass Schafwolle hervorragend Wasser speichert, und zwar das Drei- bis Vierfache ihres Eigengewichts, und anschließend wieder langsam und bedarfsgerecht an die Pflanzen abgibt. Gartenpflanzen sind selbst bei langen Trockenperioden damit immer noch ausreichend mit Wasser versorgt. Schafwollpellets, als getrocknete und zu kleinen Pellets gepresste Schafwolle, sind gegenüber der Rohwolle wesentlich einfacher handhabbar. Am besten werden die Pellets beim Pflanzen gleich unter oder um die Wurzeln eingearbeitet und mit etwas Erde gut bedeckt. So wird die Pflanze für den kompletten Zeitraum einer Saison mit Nährstoffen versorgt, nachdüngen ist nicht nötig. Zusätzlich quellen die Pellets im Boden auf und lockern damit den Boden. Schafwolldünger nützt nicht nur den Pflanzen, sondern auch den Schäfern. Schon seit längerer Zeit ist der Preis für Wolle sehr schlecht und bereitet den Schafhaltern große Sorgen. Es werden meist nicht einmal mehr die Kosten der Schur mit dem Verkauf der Wolle gedeckt. Aber die Schafe müssen jedes Jahr geschoren werden, es fällt also jede Menge des nachwachsenden Rohstoffs Schafwolle an. Die Wolle der Merinoschafe war bisher die einzige Wolle, die sich gerade noch so vermarkten ließ, aber auch hierfür ist der Erlös aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und der Coronakrise deutlich eingebrochen.

Schafwolle – ein wunderbares Naturprodukt ohne Wert?

Schon länger haben sich die beiden Nebenerwerbsschäfer der Frankenhöhe Andreas Schurz und Lukas Raab mit diesem Problem auseinandergesetzt. Schafwolle ist ein so wunderbares Naturprodukt, aber ohne große Wertschöpfung – das muss doch auch anders gehen. Angesichts der derzeit schlechten Marktlage für Schafwolle haben sich die beiden daher im Frühjahr entschlossen, etwas Neues auszuprobieren und in die Verarbeitung zu Pellets zu investieren.

Seit Mitte April haben die beiden engagierten jungen Schäfer aus Schillingsfürst und Leutershausen aus einem Teil ihrer unbehandelten Schafwolle gepresste Pellets vorrätig, die Hobbygärtner jetzt bei ihnen erwerben können.

Die Schäfer der Frankenhöhe leisten mit ihren Schafen wichtige Arbeit für unsere Natur und sind ganz besondere Landschaftspfleger, so Karin Blümlein vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Als geländegängige und pflegeleichte Vierbeiner halten ihre Schafe die Hänge der Frankenhöhe offen. Sie sorgen damit in unserer Kulturlandschaft für wertvolle Rückzugsgebiete vieler Pflanzen- und Tierarten, die sich hier auf den Magerrasen besonders wohl fühlen. Blütenreichtum und Artenvielfalt sind das wunderbare Ergebnis der Beweidung, die Schafe pflegen und bewahren diese Schatzkästchen unserer Natur.

Daher ist es besonders wichtig, die heimischen Schäfereien darin zu unterstützen, diese Arbeit für die Natur weiterhin leisten zu können. Die Konsumenten von heimischem Lammfleisch leisten bereits einen wichtigen Beitrag zur Existenzsicherung der örtlichen Schäfer. Jetzt können auch alle Hobbygärtner ihren Garten- und Hauspflanzen mit ökologischem Langzeitdünger aus Schafwollpellets etwas Gutes tun und dabei gleichzeitig auch die regionalen Schäfereibetriebe der Frankenhöhe unterstützen.

Nähere Informationen zu den Schafwollpellets gibt es unter 0151 / 72 10 79 98 (Andreas Schurz) oder 0151 / 29 14 13 14 (Lukas Raab).

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