Wildpferde Tennenlohe
Rund um den Zaun durch Sandheide, lichte Wälder und das Reich der Przewalski-Pferde
Eine kurze Rundtour entlang des Wildpferdegeheges im Tennenloher Forst – mit offenen Sandflächen, lichten Kiefernwäldern und guten Chancen, die Przewalski-Pferde als vierbeinige Landschaftspfleger zu erleben.
Kurzüberblick
Die Runde am Wildpferdegehege im Tennenloher Forst ist eine gut zugängliche Tour zu einem der bekanntesten Landschaftspflegeprojekte in Mittelfranken. Entlang des Zauns wird direkt sichtbar, wie Beweidung seltene Sandlebensräume offen hält und so wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sichert. Ausgangspunkt ist der Bereich am Parkplatz Turmberg; erreichbar ist das Gebiet auch über die Haltestelle Tennenlohe Skulpturenpark und die rote Fußgängerbrücke ins Naturschutzgebiet.
Warum dieser Ort besonders ist
Der Tennenloher Forst ist eines der bedeutendsten Sandgebiete Bayerns. Das Naturschutzgebiet umfasst rund 930 Hektar und gehört zu den größten Sandbiotopkomplexen des Freistaats. Charakteristisch sind trockene Sandmagerrasen, Heideflächen und lichte Kiefernwälder, aber auch feuchte Moorbereiche und Erlenbruchwald. Im Gebiet wurden über 1.800 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen; mehr als 330 Arten gelten als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Gerade diese außergewöhnliche Vielfalt macht den Tennenloher Forst zu einem besonderen Ort für Naturerlebnis und Landschaftspflege.
Was wir hier für Natur und Landschaft tun
Das Wildpferdeprojekt ist ein Projekt des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken. Seit 2003 beweiden Przewalski-Pferde die offenen Flächen im Tennenloher Forst und helfen dabei, Sandmagerrasen und Heiden vor Verbuschung zu bewahren. Seit 2012 ergänzen Pfauenziegen die Pflege, indem sie junge Gehölze zurückdrängen. Die Gebietsbetreuung in den Erlanger Sandschutzgebieten hat hier einen klaren Schwerpunkt: das Beweidungsprojekt, Führungen und die Vermittlung der Besonderheiten dieser „Fränkischen Wüste“.
Tourenverlauf
Die Tour beginnt am Parkplatz Turmberg und führt zunächst auf einem Schotterweg durch den Wald in Richtung Gehege. Danach verläuft die Runde entlang des Zauns durch eine offene, von Sand und Kiefern geprägte Landschaft. Immer wieder geben Informationstafeln Einblicke in die Geschichte des Gebiets, seine Artenvielfalt und das Beweidungsprojekt. Die Route eignet sich gut für alle, die den Tennenloher Forst kompakt erleben möchten, ohne die längere Familienwanderung zu gehen.
Natur erleben
Mit etwas Glück lassen sich die Przewalski-Pferde direkt vom Zaun aus beobachten. Daneben lohnt sich der Blick auf die Landschaft selbst: offene Sandstellen, Heidevegetation, lichte Wälder und kleinräumige Feuchtbereiche prägen den Charakter des Gebiets. Typische Arten sind unter anderem Heidelerche, Ziegenmelker, Zauneidechse, Schlingnatter, Gelbbauch-Unke, Kreuzkröte und spezialisierte Insekten wie Sandlaufkäfer oder Ödlandschrecke. Die Tour zeigt damit nicht nur Pferde, sondern einen ganzen Lebensraumkomplex, der in Bayern selten geworden ist.
Gut zu wissen
Im Naturschutzgebiet gilt ein klares Wegegebot. Das Gebiet war früher Truppenübungsplatz; deshalb befindet sich noch Munition im Boden. Auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben ist daher nicht nur aus Naturschutzgründen wichtig, sondern auch aus Sicherheitsgründen. Hunde müssen an die Leine, Feuer ist verboten, die Pferde dürfen weder gefüttert noch gestreichelt werden und das Gehege darf nicht betreten werden. Für Radfahrer gilt: Auf geschotterten Wegen ist Radfahren erlaubt, auf den unbefestigten Pfaden am Gehege jedoch nicht.
Anreise
Mit dem Auto bietet sich der Parkplatz Turmberg als Startpunkt an. Mit Bus und Bahn ist die Tour über die Haltestelle Tennenlohe Skulpturenpark erreichbar; von dort geht es über die Sebastianstraße, am Feuerwehrhaus vorbei und über die rote Fußgängerbrücke in das Naturschutzgebiet.
Hier findet ihr eine Übersichtkarte zur Tour Wildpferde Tennenlohe